Was ist ein VPN?

Ein VPN, oder Virtual Private Network, ist ein privates Netzwerk, das Daten verschlüsselt und überträgt, während sie im Internet von einem Ort zum anderen übertragen werden. Wenn Sie ein VPN zur Verbindung über das Internet verwenden, können Sie privat und sicher auf Websites surfen und Zugang zu eingeschränkten Websites erhalten sowie Zensursperren überwinden.

Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie ein VPN funktioniert und wofür man es verwendet kann. Sie erfahren auch, was Sie wissen müssen, bevor Sie sich für einen VPN-Dienst entscheiden, der Ihren Bedürfnissen entspricht.

Wie funktioniert ein VPN-Dienst?

Ein VPN zum Schutz Ihrer persönlichen Daten funktioniert so:

  1. Bei der Verbindungsaufnahme mit eingeschaltetem VPN-Dienst werden Sie mit einem der Server des VPN-Anbieters verbunden.
  2. Gleichzeitig erhalten Sie die IP-Adresse (ein eindeutige Zahlkombination, die Ihren Rechner identifiziert) des jeweiligen Servers. Statt Ihrer eigenen IP-Adresse verwenden Sie eine, die zum VPN-Provider gehört.
  3. Ihre Internetverbindung ist auch zwischen Ihrem Rechner und dem Server, mit dem Sie verbunden sind, verschlüsselt (durch Umwandlung der Daten in Code, um einen unbefugten Zugriff zu verhindern).
  4. Durch das Verbergen Ihrer IP-Adresse wird Ihnen der private Zugriff auf das Internet ermöglicht und verhindert, dass Ihre Bewegungen durch das Netz nachverfolgt oder protokolliert wird. Auf diese Weise können Sie privat und sicher surfen.

Immer noch etwas verwirrt? Hierfür verwenden wir gern das gute alte Helikopterbeispiel. Und das geht so.

Sie fahren auf der Autobahn, Sonnenbrille auf, Haare offen, Taylor Swift läuft im Radio und ein Hubschrauber schwebt über Ihnen.

Achtung. Das ist kein normaler Helikopter: An Bord befindet sich eine Gruppe von Hackern aus der Kneipe um die Ecke, Ihr Internet Service Provider (ISP), der Ihren Navigationsverlauf protokolliert und Ihre Regierung, die alles überwachen kann. Sie können alles sehen, was Sie tun und sind auch ziemlich erfreut darüber.

Achtung, jetzt kommt ein Tunnel. Sie fahren in ihn hinein und plötzlich kann Sie der Hubschrauber nicht mehr beobachten. Solange Sie in diesem Tunnel sind, bleiben Sie also seinen Blicken verborgen.

Wie ein VPN funktioniert: das Auto und der Tunnel

Stellen Sie sich ein VPN als solch einen Tunnel vor. Sobald Sie es eingeschaltet haben, erschaffen Sie einen sicheren Tunnel zwischen Ihrem Rechner und dem Internet. Und alles, was innerhalb dieses Tunnels passiert, wird verschlüsselt, d. h. nur Sie können darauf zugreifen. Mit anderen Worten: Regierungsbörden, ISPs, Hacker, Ihr Chef (sogar Ihre Mutter) können nicht mehr nachverfolgen, was Sie gerade online tun.

Verschlüsselung. Was heisst das?

Verschlüsselung ist das Verfahren, bei dem Informationen (Ihre Daten) so chiffriert werden, dass sie sich nicht mehr lesen lassen. Wenn Sie sich über ein VPN mit dem Internet verbinden, wird Ihre Verbindung verschlüsselt. Sollten also Cyberkriminelle diesen Datenstrom abfangen, so würden sie nur irgendeinen Zeichensalat erhalten.

Sie können die Verschlüsselung also als eine Art Geheimcode betrachten. Die Art und Weise, wie Ihre Daten verschlüsselt werden, wird als Chiffrierung bezeichnet, und es gibt einen Schlüssel (oder eine mathematische Logik), der es Ihnen erlaubt, die Nachricht wieder zu entschlüsseln, sodass sie erneut einen Sinn ergeben.

Der höchste verfügbare Verschlüsselungsstandard ist als AES (Advanced Encryption Standard) 256-Bit bekannt und wird von den meisten empfohlenen VPN-Anbietern verwendet. Was bedeutet 256-Bit? Es ist die Länge (oder Komplexität) der Chiffre, die bei der Verschlüsselung verwendet wird. Je länger die Chiffre ist, desto mehr Möglichkeiten gibt es und desto schwieriger wird es, diesen Schlüssel zu erraten. Bei einer 256-Bit-Verschlüsselung ergeben sich mehr Kombinationen als es Sterne im Universum gibt. Tatsächlich ist diese Verschlüsselungsstufe so sicher, dass sie von Banken und Regierungsbehörden weltweit verwendet wird, um die Sicherheit ihrer Daten zu gewährleisten.

Und noch ein Wort zu den Protokollen.

Ein VPN-Protokoll bezieht sich auf die Technologie, die ein VPN-Provider verwendet, um eine sichere und schnelle Verbindung zwischen Ihrem Rechner und seinen VPN-Servern zu gewährleisten. Ein VPN-Protokoll ist also eine Kombination aus Verschlüsselungsstandards und Übertragungsprotokollen.

Abbildung eines Computers mit Daten, die über ein VPN verschlüsselt werden

Das am weitesten verbreitete VPN-Protokoll ist OpenVPN. „Offen“ zu sein, klingt vielleicht nicht gerade ideal für ein Programm, das zur Wahrung der Privatsphäre entwickelt wurde, aber es ist tatsächlich die sicherste Option, die es gibt, wenn man einen VPN-Dienst nutzt. Warum? Aus genau diesem Grund: Es ist Open-Source, der Quellcode ist daher für jedermann verfügbar. Sollten also Sicherheitslücken gefunden werden, dann würden sie schnell von der Gemeinschaft der Entwickler, die dieses Protokoll unterstützen, entdeckt werden. Sie können auch sicher sein, dass der Code nicht manipuliert wurde, da er für alle einsehbar ist.

Ein weiteres allgemein bekanntes Protokoll ist PPTP (Point-to-Point Tunneling Protocol), das hauptsächlich von freien VPN-Diensten verwendet wird und viel weniger sicher ist. Es existiert schon seit langem (seit ca. 1995) und obwohl es sich einfacher einrichten lässt, enthält es zahlreiche bekannte Sicherheitslücken und sollte deshalb besser gemieden werden, wenn Sie nach einer wirklich sicheren Verbindung suchen.

Warum sind IP-Adressen wichtig?

Ihre IP-Adresse ist eine eindeutige Zahlenkombination, die Ihr Gerät identifiziert, wenn Sie eine Verbindung zum Internet herstellen. Betrachten Sie es als eine Art Heimatadresse für Ihren Rechner, die in der Regel so aussieht: 216.3.128.12. Jedes Gerät besitzt eine solche Ziffernfolge. Wenn Sie sich mit einer Website verbinden, wird die Adresse, die Sie eingegeben haben, um die Website zu erreichen, in die IP-Adresse des Servers dieser Website übersetzt. Aber genau wie Ihr Computer die IP-Adresse dieses Servers bezieht, um sich mit ihm zu verbinden, so tun dies auch die Server jeder Website, die Sie aufrufen.

Ihre IP-Adresse verbindet Ihr Gerät mit Ihrem ISP und auch mit der Region, in der Sie aktiv sind. So schränken Sie den Inhalt nach Regionen ein: Ihre IP-Adresse kennzeichnet die Region, in der Sie sich befinden, und wenn die Seite, auf die Sie zugreifen möchten, dort eingeschränkt ist, wo Sie sich gerade befinden, dann können Sie sie nicht sehen.

Die Verbindung zu einem VPN-Server bedeutet, dass Sie dessen Heimatadresse erhalten – egal, wo auf der Welt sich dieser Server befindet.

Wenn Sie sich mit einem VPN-Server verbinden, beziehen Sie faktisch die IP-Adresse eines seiner Server in der Region, in der sich dieser Server befindet. Wer auch immer versucht, Sie auszuspionieren - der findet nur die IP-Adresse Ihres VPN-Providers vor. Und nicht Ihre eigene.

Team, das mit der verschlüsselten Internetverbindung zwischen Ihrem Gerät und den VPN-Servern und Ihren Navigationsgewohnheiten von ISPs, Hackern und Behörden überwacht wird.

Warum sollte man einen VPN-Dienst verwenden?

Ursprünglich wurde die VPN-Technologie verwendet, um Außendienstmitarbeitern den Zugriff auf Unternehmensdateien und ‑ordner zu ermöglichen. So konnten sie über eine sichere und verschlüsselte Internetverbindung auf sensible Dokumente zugreifen. Dies ist zwar immer noch der Fall, wenn wir in diesem Artikel von VPNs sprechen, hier aber beziehen wir uns auf kommerzielle Dienste, die den Menschen Sicherheit und Schutz der Privatsphäre im Internet bieten.

Durch die Verschlüsselung sorgt ein VPN also nicht nur für Ihre Sicherheit im Netz, es kann Ihnen auch den Zugang zu einem „freieren“ Internet ermöglichen, indem Sie frei wählen können, wo auf der Welt Sie sich gerade befinden. Diese Kombination aus Sicherheit und freiem Standortwechsel bedeutet, dass VPNs viele technische Tricks im Ärmel haben. Mit ihnen kann man:

  • öffentliches WLAN sicherer machen
  • regional gesperrte Inhalte streamen
  • regional blockierte Websites aufrufen
  • die Zensur umgehen
  • ISP-Tracking verhindern
  • regionsabhängige Preisunterschiede umgehen

VPNs machen die Nutzung öffentlicher WLANs sicher. Gründe dafür:

Kostenloses WLAN ist doch toll, oder nicht? FALSCH. Ja, es ist kostenlos, aber in Wirklichkeit zahlen Sie viel mehr, als Sie denken.

Es ist buchstäblich ein Kinderspiel, in ein öffentliches WLAN-Netzwerk einzudringen: Es ist unsicher, jeder kann darauf zugreifen, und wenn jemand ein paar Hacker-Tricks kennt (die sich übrigens leicht im Netz finden lassen), dann war‘s das! Die Eindringliche sind drin und können nun alle Informationen, die Sie in diesem Netzwerk freigeben, einsehen, verfolgen und kompromittieren können.

Illustration der Gefahren kostenloser öffentlicher WLANs

Noch Wort zum Thema Online-Banking? Die Bankdaten wurden entwendet. Private Nachrichten? Sie werden missbraucht, um Geld zu erpressen (glauben Sie uns, das passiert tatsächlich). Personenbezogene Daten? Sind ideal, um Ihre Identität zu stehlen. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Da ein VPN Ihre Kommunikation zu seinem Server verschlüsselt, spielt es auch keine Rolle, wer sich im öffentlichen Netz befindet oder versucht, andere zu belauschen: Alles, was Dritte sehen können, ist nichts als Zeichensalat. Es ist fast so, als verfügten Sie über ein eigenes Netzwerk. Ein virtuelles.

Streamen von überall aus.

Möglicherweise haben Sie dies nie in Betracht gezogen, aber Ihr Streaming-Abonnement ermöglicht den Zugriff auf ganz unterschiedlichen Webcontent, je nachdem, wo sie sich in der Welt befinden. Stellen Sie sich vor: Sie haben die letzten drei Staffeln Ihrer Lieblingsserie mit den Drachen gesehen und möchten nun auf keinen Fall verpassen, was mit der Königin von Irgendwo passiert. Nun sind Sie für drei Wochen im Urlaub, der Laptop ist dabei und Sie wollen sich nun entspannen – am Ende eines unternehmungsreichen Tages. Aber halt! Sie können die Sendung ja gar nicht anschauen, da sie sich in Ihrem Urlaubsort nicht abrufen lässt. Auch das noch!

Aber zum Glück ist nicht alles verloren. Ein VPN bedeutet, dass Sie sich praktisch überall in der Welt aufhalten können, wo Ihr VPN-Anbieter einen Server hat. Wenn Sie also Ihr Heimatland aus der Serverliste auswählen, dann ist es so, als hätten Sie Ihr Zuhause nie verlassen. Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie Ihre Drachenserie. Zum Glück ein Schrecken mit Ende.

Regional blockierte Websites aufrufen

Mitunter kann es vorkommen, dass bestimmte Websites in bestimmten Regionen oder Orten blockiert werden. Im Büro, in der Schule und an der Universität passiert das sogar recht häufig. Es steht uns allerdings nicht zu, hier ungebetene Ratschläge erteilen zu wollen. Wenn Sie meinen, dass Facebook in der Schule besser für Ihre Bildung ist, nur zu! Das Gleiche gilt für die Arbeit. Ist es wirklich fair von Ihrem Chef, Ihren Zugang zu Linkedin zu blockieren? Das soll immerhin vorkommen.

Mit VPNs umgehen Sie alle Arten von Sperren, auch wenn Sie sich in einer Umgebung befinden, die den Zugriff auf bestimmte Websites einschränkt. Ihre Verbindung wird verschlüsselt und durchquert alle Einschränkungen, die am anderen Ende des Servers Ihres VPN-Anbieters auftreten. 

Mit einem VPN können Sie gesperrte Websites aufrufen, selbst wenn Sie sich in einem Umfeld aufhalten, in dem der Zugang eingeschränkt ist.

Wie man die Zensur umgeht

Nicht jeder hat das Glück, in einem Land zu leben, das die Informationsfreiheit garantiert. China verhängt zum Beispiel strenge Sanktionen und zensiert die Nutzung von Websites wie Google, Facebook und Twitter. Das umfasst auch alles, was zu diesen Diensten gehört. Also Gmail, Google Maps, WhatsApp, Instagram, um nur einige zu nennen. Nicht einmal FaceTime funktioniert. Das sind nicht gerade ideale Bedingungen, wenn man unterwegs ist und diesen Zugang benötigt. VPNs ermöglichen Ihnen eine Umgehung dieser Zensur auf die gleiche Art und Weise, wie Sie damit Zugriffssperren austricksen.

Mit einem VPN können Sie diese Zensur umgehen, indem Sie auf einen Server in einem Land geleitet werden, das das offene Internet nutzt.

ISP-Tracking umgehen

Das ist ein wichtiger Punkt. Ihr ISP ist Ihr Internetdienstanbieter. Es handelt sich um Unternehmen, die Ihnen einen Internetanschluss zur Verfügung stellen. Dies sind beispielsweise Sky, 1&1 oder die Deutsche Telekom. Wussten Sie, dass diese Firmen alles sehen können, was Sie online tun? Und sie können das nicht nur sehen, sondern auch speichern.

In Großbritannien wird Ihr gesamter Browserverlauf von Ihrem ISP ein Jahr lang gespeichert. Das betrifft alles, was Sie lesen, anschauen, ansehen oder anklicken. Aus den USA? Ihr ISP kann Ihren Browserverlauf ohne Ihre Zustimmung speichern und an den Höchstbietenden verkaufen. Werbetreibende, Abonnementservices, wer auch immer – alle können diese Daten erwerben.

Durch ein VPN wird verhindert, dass Ihr ISP die Möglichkeit hat, Ihre Online-Aktivitäten im Auge zu behalten.

VPNs schützen Sie vor dieser Art von Verletzung der Privatsphäre. Das liegt daran, dass Ihre Internetverbindung verschlüsselt ist, was bedeutet, dass nur Sie sehen können, was Sie tun. Kein Nachverfolgen, Speichern oder Verkaufen. Nichts dergleichen. Das führt uns auch direkt zum Punkt:

Wie man regionsabhängige Preisunterschiede umgeht

Noch nie etwas von Preisdiskriminierung gehört? Davon spricht man, wenn je nach Zahlungsfähigkeit unterschiedliche Preise angeboten werden. Das geschieht online viel häufiger, als Sie denken.

Am häufigsten richtet sich die Preisdiskriminierung nach dem Standort. Wenn Sie beispielsweise in New York oder München ansässig sind, dann haben Sie eher ein höheres Einkommen als jemand in Kentucky oder in der Lausitz. Was bedeutet, dass Ihnen für Waren oft höhere Preise angezeigt werden. Bei Fluggesellschaften kommt das häufig vor, lässt sich aber auf fast alles anwenden. Warum? Weil Unternehmen Geld verdienen wollen und genau wissen, wie das geht.

So wie Sie mit einem Standortwechsel durch ein VPN solche Sperren umgehen können, machen Sie es auch diesen Unternehmen schwerer, ihre Preise für Sie höher anzusetzen.

Die Verwendung eines VPNs kann Ihnen dabei helfen, standortabhängige überhöhte Preise zu vermeiden.

Klingt das jetzt etwas zu fatal-ominös? Okay, das war ja auch nur ein Beispiel. Wie wäre es damit: Erinnern Sie sich, was wir über ISPs in den USA gesagt haben, die in der Lage sind, den Browserverlauf zu veräußern? In den Händen des richtigen Werbetreibenden könnte dies zu Preiserhöhungen bei all den Dingen führen, für die sie sich am meisten interessieren.

Das Bild sähe dann so aus: Die aktuelle Staffel der frei abrufbaren Drachen-Serie hat Ihnen sehr gefallen. Was aber passiert, wenn die neue Staffel (in etwa 200 Jahren) herauskommt? Plötzlich ist derselbe Anbieter nicht mehr kostenlos, sondern verlangt Geld dafür. Er weiß, dass Sie die Serie verfolgen, dass Sie sie mögen und jetzt möchte er, dass Sie dafür bezahlen. Ein VPN bedeutet, dass Ihr ISP nicht sehen kann, was Sie online tun. Und was er nicht sehen kann, kann er auch nicht verkaufen.

Warum ist die Online-Privatsphäre so wichtig?

Das Internet wächst ständig, und wenn demnächst sogar Ihr Toaster online geht, dann wird es leichter denn je, Ihr gesamtes Leben wie ein offenes Buch zu lesen. Heutzutage geschieht alles, was wir tun, online. Wir googeln, snappen, filtern, whatsappen – die Liste ist endlos. Und die Gefahr, dass irgendjemand mitliest, ist größer denn je. Ihr Browserverlauf, Ihre Gewohnheiten und Ihr Verhalten werden von ISPs protokolliert und gespeichert, sei es aufgrund gesetzlicher Vorgaben oder zwecks Weiterverkauf an Werbekunden.

Ihre persönlichen Daten sollten aber genau das bleiben. Persönlich. Und weil sie persönlich sind, ist es wichtig, dass Sie andere daran hindern können, sie zu teilen, zu verkaufen und zu protokollieren. Die Folgen eines mangelhaften Schutzes Ihrer persönlichen Daten im Internet können gravierend sein. Ohne Ihre Privatsphäre zu schützen, sind Sie den Angriffen von Cyberkriminellen ausgesetzt, dem Tracking durch ISPs, Werbetreibenden, die es auf Sie abgesehen haben, und staatlichen Überwachungsversuchen.

Darstellung eines Schirms inmitten diverser angeschlossener Geräte

Warum ist das so gefährlich? Nun, es braucht nicht viel, damit ein Cyberkrimineller Ihre Identität stehlen kann. Ein paar grundlegende Bestandteile Ihrer persönlichen Daten können ihm den Zugang zu Ihren Online-Banking-Konten, Kreditkartendaten und privaten Informationen in Sekundenschnelle ermöglichen.

Wenn Ihr Internetdienstanbieter Ihren Browserverlauf verfolgt, ist ihm jede Website, auf die Sie online zugreifen, bekannt: Er kennt Ihre persönlichen Vorlieben und weiß, was Sie lesen, sich ansehen und wohin Sie surfen. Und sollte das, was Sie im Internet tun, nicht Ihr ureigenste Angelegenheit sein?

Wenn Sie meinen, dass eine Regierungsbehörde durchaus wissen darf, was Sie so tun, dann haben Sie das Ganze wahrscheinlich nicht bis zu Ende gedacht. Staatlich vorgegebene Restriktionen dessen, was als akzeptables Verhalten im Internet gilt, können sich schließlich jederzeit ändern. Wenn die Regierung morgen entscheidet, dass etwas nicht mehr legal ist, dann kann sie den Zugriff auf Ihren Browserverlauf nutzen, um Sie zu beobachten.Sind Sie jetzt immer noch der Meinung, dass Ihre Regierung Ihre Surfgewohnheiten protokollieren darf?

Was Sie heute in aller Freiheit tun, könnte morgen schon unannehmbar sein – und Sie werden das dann nicht mehr in der Hand haben.

Selbst wenn Sie denken, dass nichts, was Sie tun, jemals gegen Sie verwendet werden könnte, so gilt dennoch: Wenn Sie sich um nicht Ihre Privatsphäre sorgen, weil Sie nichts zu verbergen haben, dann ist das so, als ob Sie sich nicht um Redefreiheit kümmern, weil Sie selbst nichts zu sagen haben – ein anderer hat vielleicht etwas zu sagen, und Sie dürfen nicht zulassen, dass dieses Recht anderen verwehrt wird, nur weil Sie selbst keine Verwendung dafür haben.

Jeder hat nämlich etwas zu verbergen. Es ist allgemein bekannt, dass Menschen sich nicht gleich verhalten, wenn sie wissen, dass sie beobachtet werden. Das erstickt die Meinungs- und Gedankenfreiheit. Wir werden viel weniger kontroverses Material nachschlagen, wenn die Gefahr besteht, dass wir damit irgendwann gebrandmarkt werden.

Kann ich trotzdem online verfolgt werden, wenn ich ein VPN verwende?

Wenn Sie ein VPN kaufen, erfolgt dies oft mit Ihren Kreditkartendaten, sodass Ihr VPN-Provider wahrscheinlich weiß, wer Sie sind. Es gibt nicht nachvollziehbare Zahlungsmethoden wie z. B. bestimmte Krypto-Währungen ähnlich wie Bitcoin – Bitcoin ist nicht so anonym, wie Sie vielleicht denken – aber diese Diskussion führen wir ein anderes Mal. Praktisch gesehen sind die meisten Informationen, die ein VPN-Unternehmen je über Ihre Online-Aktivitäten haben sollte, Ihre IP-Adresse und die IP-Adresse des Servers, mit dem Sie verbunden waren.

Wählen Sie ein VPN, das gemeinsam genutzte IP-Adressen bietet: Das bedeutet, dass Sie, wenn Sie mit einem Server verbunden sind, seine IP-Adresse mit jeder anderen Person teilen, die mit ihm verbunden ist. Damit wird es fast unmöglich, Sie mit irgendetwas zu verknüpfen, auf das von dieser IP-Adresse aus zugegriffen wird. Kurz gesagt, Ihr Internet-Navigationsverlauf sollte nicht von Ihrem VPN-Provider nachvollziehbar sein.

Es steht auch mehr auf dem Spiel als nur die Frage, ob Ihr VPN-Dienst Sie zurückverfolgen kann. Sie müssen bedenken, dass es viele Möglichkeiten gibt, Ihr Surfen zu verfolgen, unabhängig davon, ob Sie ein VPN verwenden oder nicht. Werbetreibende können (und werden) Ihnen online folgen, wenn Sie ein Cookie in Ihrem Browser haben – die Verwendung einer anderen IP-Adresse ändert das nicht. Wenn Sie in einem Tab mit Facebook verbunden sind, werden auch alle anderen Tabs überwacht. Dasselbe gilt für Google.

Was bedeutet „keine Protokollierung“?

Wann immer eine Aktivität auf einem Computer stattfindet, wird dieses Ereignis in einem Datensatz protokolliert. Diese Protokolle sind für eine Vielzahl von Dingen nützlich. Sie können IT-Experten helfen, herauszufinden, was ein Computer zum Beispiel bei einem Absturz gemacht hat. Server sind Computer und daher sind sie technisch in der Lage, Protokolle über die Kommunikation zu führen, die über sie laufen.

Jeder Server sammelt standardmäßig Informationen, wenn er von einem Gerät angesprochen wird. Der Umfang der Informationen, die der Server über Sie sammelt, wenn Sie eine Verbindung herstellen, sollte in der Datenschutzrichtlinie des von Ihnen verwendeten VPN-Dienstes klar umrissen werden. Es ist wichtig, immer die Datenschutzerklärung des VPN-Anbieters zu lesen, um sicherzustellen, dass Sie genau wissen, wo Sie stehen. Wenn der Anbieter in der Lage ist, Ihren Browserverlauf zu protokollieren, dann wird der Zweck der Nutzung eines VPN-Dienstes für den Datenschutz und die Sicherheit im Internet zunichte gemacht.

Wenn ein VPN-Provider behauptet, dass er eine „No-Logging“-Richtlinie hat, bedeutet das, dass er keine Protokolle darüber führt, was Sie online tun. Alle seriösen VPNs haben eine solche Richtlinie. Alles, was der Anbieter wissen sollte, ist Ihre Zahlungsmethode, Ihre IP-Adresse und die Adresse des Servers, mit dem Sie in ihrem Netzwerk verbunden sind. Das ist dann auch alles, was der Anbieter melden kann, wenn er gezwungen wird, Informationen freizugeben.

Sind VPNs kostenlos?

Ja, einige VPNs sind kostenlos. Aber Vorsicht! Frei bedeutet nicht immer sicher. Ein kostenloser VPN-Dienst muss sein Geld irgendwie verdienen, und das geht oft auf Kosten Ihrer Daten und Sicherheit.

  1. Schwache Protokolle –  Die meisten kostenlosen Dienste bieten nur PPTP („Point to Point Tunneling Protocol“) VPNs an, eine in den 90er Jahren entwickelte und weithin als veraltet geltende Methode. Mehrere Schwachstellen wurden im Laufe der Jahre entdeckt und die Verschlüsselung kann mit Hilfe von weit verbreiteten Online-Tools leicht geknackt werden. 
  2. Langsame Geschwindigkeiten – Jeder stürzt sich auf kostenlose Angebote, und das bedeutet, dass Massen von Benutzern Server verlangsamen und Verbindungen verzögern. Immer öfter sehen Sie das rotierende Rädchen auf jeder Seite, die Sie laden.
  3. Download-Limits – Kostenlose VPN-Dienste schränken ihre Benutzer mit sehr niedrigen Download-Limits ein.
  4. Weniger Standorte – Ein kostenloser Service unterstützt selten so viele Standorte wie bezahlte Dienste.
  5. Werbung – Wie gesagt, diese Anbieter müssen ihr Geld irgendwie verdienen. Seien Sie auf Pop-ups und Spam in Hülle und Fülle vorbereitet. Dies kann sogar ein Sicherheitsrisiko darstellen – beispielsweise, wenn Werbung in ansonsten sichere Websites wie Ihre Bank eingespeist wird.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob ein VPN für Sie geeignet ist, aber einen Versuch wagen wollen, empfehlen wir Ihnen eine kostenlose Testversion. AVG Secure VPN bietet eine kostenlose 30-Tage-Testversion, bevor Sie den kostenpflichtigen Dienst in Anspruch nehmen.

TRY AVG SECUREVPN

Sind VPNs sicher?

Erinnern Sie sich an die Informationen über die Verschlüsselung? Das macht ein VPN sicher. Die von den besten VPN-Anbietern verwendete AES 256-Bit-Verschlüsselung sorgt dafür, dass alle auf Ihrer Internetverbindung gemeinsam genutzten Daten sicher und privat sind. Es ist gut genug für militärische Anforderungen und daher sicher gut genug für uns.

Sie müssen jedoch wissen, womit Sie arbeiten, wenn Sie sich für einen VPN-Dienst entscheiden. Die Wahl des falschen Anbieters ist wie die Schlüsselübergabe Ihres ganzen Königreichs. Der Anbieter kann potenziell alles sehen, was über seine Server läuft. Lesen Sie die Datenschutzerklärung möglichst sorgfältig, um sicherzustellen, dass Sie wissen, wofür Sie sich anmelden.

Okay, VPNs sind also sicher, aber sind sie legal?

VPNs sind zu 100 % legal. Es ist nichts falsch daran, sich online ein wenig Privatsphäre zu verschaffen. Aber diese Privatsphäre zu nutzen, um ein Verbrechen zu begehen, ist definitiv illegal – ein Verbrechen ist ein Verbrechen, egal wie man es begeht. Einige Regierungen sehen die Verwendung eines VPNs als feindseligen Akt an, da sie mehr Kontrolle darüber fordern, was in ihren Ländern online zugänglich ist. Aus diesem Grund raten wir Ihnen, die länderspezifischen Gesetze über VPNs auf Reisen zu prüfen, da sie sich oft mit neuen Regierungen und Gesetzen ändern können (erinnern Sie sich daran, was wir vorher darüber gesagt haben, inwieweit uns ein Urteil über akzeptables Verhalten zusteht).

Sie stellen jedoch vielleicht fest, dass manche Dienste die Verwendung eines VPNs erkennen und Sie daran hindern, auf diese Dienste zuzugreifen. Netflix ist ein gutes Beispiel dafür.

Wie wäre es mit einem Smart DNS oder TOR anstelle eines VPN-Dienstes?

Ein Smart DNS ist eine viel einfachere Technologie für Benutzer, die nur auf eingeschränkte Inhalte auf der ganzen Welt zugreifen wollen – am häufigsten Streaming-Dienste. Die Verwendung eines Smart DNS verschlüsselt jedoch nicht Ihre Internetverbindung, was bedeutet, dass die Privatsphäre im Internet völlig unzureichend ist. Eine Verwendung auf öffentlichen WLANs steht außer Frage. Ein Vorteil eines Smart DNS ist jedoch, dass der gesamte Internetverkehr nicht über einen anderen Server geleitet werden muss, was bedeutet, dass die Geschwindigkeit normalerweise viel besser ist. Wenn Sie nicht daran interessiert sind, Ihre Privatsphäre oder Sicherheit zu schützen (WARUM?!), aber eine virtuelle Weltreise unternehmen möchten, dann sollten Sie vielleicht ein Smart DNS verwenden.

Ein Smart DNS bietet Ihnen nicht den Schutz eines VPNs. 

Der Onion Router (Tor) ist eine kostenlose Software, die Sie über das Internet anonymisieren soll. Im Gegensatz zu einem VPN, das Ihren Datenverkehr über einen einzigen Server leitet, führt Tor Sie durch viele Server, die von Freiwilligen verwaltet werden. Jeder Server fügt eine weitere Verschlüsselungsebene hinzu, um Ihre IP-Adresse zu verschleiern, damit sie nicht auf Sie zurückgeführt werden kann. Es ist jedoch nicht völlig sicher: Die NSA ist dafür bekannt, dass sie Zugang zu Tor hat und es als Browser sieht, womit es viel anfälliger für Man-in-the-Middle-Angriffe von Hackern und Regierungen ist. Es gibt nur sehr wenige VPN-Dienste, die es Ihnen erlauben, ihre Software über Tor zu nutzen.

Kann ich ein VPN auf mehreren Geräten nutzen?

Ähm, JA. Die Frage ist, wie oft Sie nur ein einziges Gerät mitnehmen, um sich mit dem Internet zu verbinden? Wir sind ja nicht mehr im Jahr 2007 und das Smartphone ist schon erfunden. Wir nutzen das Internet mehr als je zuvor auf unterschiedliche Weise, und das bedeutet mehr Geräte mit dem Risiko, Ihre persönlichen Daten zu verletzen.

Seriöse VPN-Dienste bieten Ihnen Schutz für alle Ihre Geräte, oft mit den sichersten und aktuellsten Protokollen pro Plattform. Halten Sie Ausschau nach solchen mit dedizierten VPN-Anwendungen für Ihre individuellen Geräte wie VPN für iPhone und Android.

Worauf sollte ich bei der Auswahl eines VPNs achten?

Wir haben uns die Details angesehen, warum Sie ein VPN brauchen und wofür Sie es verwenden können. Lassen Sie uns also einige einfache Punkte bei der Auswahl eines VPNs darstellen.

  1. Bezahltes VPN – Wie gesagt, kostenlose Versionen sind nicht sicher anfällig und Spam-verseucht. Wenn Sie für etwas nicht bezahlen, sind Sie selbst das Produkt. .
  2. Shared IP – Wenn ein VPN-Dienst Ihnen Zugriff auf gemeinsam genutzte IPs bietet, dann wissen Sie, dass Sie den richtigen gefunden haben. Denn das bedeutet, dass mehrere Benutzer gleichzeitig darauf zugreifen. Was bedeutet, dass es unmöglich ist, den IP-Verkehr für einen einzelnen Benutzer zu bestimmen.
  3. Protokolle  Ein guter VPN-Dienst hat keine Protokollierungsrichtlinie. Das bedeutet, dass er nicht in der Lage ist, zu verfolgen, aufzuzeichnen oder anzuzeigen, worauf Sie online zugreifen. Die einzigen Informationen, die er über Sie hat, sind Ihre IP und die IP des Servers, mit dem Sie verbunden sind. 
  4. Multi-Device – Smartphones und Tablets bestimmen im Grunde genommen heute die Welt. Achten Sie darauf, dass Sie ein VPN auswählen, das Schutz für alle Ihre Geräte bietet.

Wir empfehlen sowohl unser eigenes AVG Secure VPN als auch das etwas sonderbare, aber coole HMA! Pro VPN, die alle oben genannten Punkte erfüllen.

Hat Ihnen das gefallen? Dann probieren Sie Folgendes aus:

So prüfen Sie, ob eine Website sicher ist

Website-Sicherheitsprüfungen sind ein wichtiger Bestandteil, um Ihre Daten online zu schützen. Wie aber lässt sich feststellen, ob eine Website sicher ist? Beachten Sie einfach unsere Tipps.

Was ist Spyware und warum sollten Sie sich darum kümmern?

Spyware ist die heimtückischste Art von Malware: Sie ist eine Software zum Ausspionieren von Menschen. Erfahren Sie mehr darüber, wie Spyware funktioniert und wie man sie entfernt.

Datenschutz unter Windows 10 | Spioniert Windows 10 Sie aus?

Windows 10 ist dafür bekannt, dass es Daten sammelt und an das Microsoft-Mutterschiff zurückschickt. Finden Sie heraus, welche Einstellungen Sie anpassen müssen, damit Windows 10 Sie nicht ausspioniert.

Mythos und Wahrheit: VPN für Gaming – ist das wirklich notwendig?

Die Wahrheit darüber, wie Spieler VPNs verwenden. Egal, ob Sie ein Profi oder Gelegenheitsspieler sind: Hier finden Sie alle Argumente, die für die Verwendung eines VPN sprechen – und alle, die dagegen sprechen.

HMA! Pro VPN VPN erhalten