AVG Signal-Blog Privatsphäre IP-Adresse Was ist der Unterschied zwischen IPv4 und IPv6?
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Was ist IPv4?

IPv4 (Internet Protocol Version 4) ist das Standard-Adressformat, mit dem alle Geräte im Internet untereinander kommunizieren können. IPv4 basiert auf einer 32 Bit langen Ziffernfolge. Jede IPv4-Adresse besteht aus vier Zahlen, die jeweils zwischen 0 und 255 liegen und durch Punkte getrennt sind.

Dieser Artikel enthält:

    Vielleicht wissen Sie schon, was eine IP-Adresse ist, und kennen Ihre eigene, die ungefähr so aussieht: 168.213.226.204. Mit IPv4 können mehr als 4 Milliarden verschiedene Adressen gebildet werden, und der Standard hat sich über viele Jahrzehnte bewährt.

    Hauptmerkmale von IPv4

    IPv4 wurde 1978 eingeführt, um die Kommunikation zwischen Computern im Internet zu standardisieren. Da es sich um ein verbindungsloses Protokoll handelt, muss für den Datenversand keine direkte Verbindung zwischen den Beteiligten hergestellt werden. Außerdem wird nur wenig Arbeitsspeicher benötigt.

    Die 4 Milliarden eindeutigen Adressen, die IPv4 bereitstellt, schienen einst mehr als ausreichend – doch in 40 Jahren hat sich vieles verändert. Weil immer mehr Geräte online gehen, stößt IPv4 an seine Grenzen.

    Wir benötigen einen neuen Standard. Glücklicherweise hat sich ein geeigneter Kandidat gefunden, den bereits Millionen von Computern nutzen. Sein Name: IPv6.

    Was ist IPv6?

    IPv6 (Internet Protocol Version 6) ist ein aktualisierter Standard zur Identifizierung von Computern im Internet. Genau wie bei IPv4 erhält jedes Gerät eine eindeutige Kennung, die jedoch angepasst wurde, um der steigenden Anzahl an Computern mit Internetverbindung gerecht zu werden.

    Durch IPv6 steigt die Zahl der möglichen IP-Adressen von den 4 Milliarden, die IPv4 bereitstellt, auf sagenhafte 340 Billionen Billionen Billionen. IPv6 basiert auf einer 128 Bit langen hexadezimalen Zeichenfolge. Eine typische IPv6-Adresse sieht wie folgt aus:

    2001:0ab8:85a2:0000:0000:8a3e:0370:7334

    IPv6 wurde für das moderne Internet von heute optimiert. Dazu wurden bestimmte nicht mehr benötigte Komponenten des IPv4-Systems abgeschafft. Dies wird unten noch ausführlicher erklärt.

    Hauptmerkmale von IPv6

    IPv6 optimiert die Datenübertragung, indem zwei beliebige Adressen wieder direkt füreinander zugänglich werden. Unter IPv4 wurden zusätzliche Schritte nötig, um den relativen Mangel an eindeutigen Adressen zu kompensieren.

    Nun muss beispielsweise nicht mehr überprüft werden, ob jedes erhaltene Datenpaket mit dem gesendeten übereinstimmt. Mit einem verbindungslosen Protokoll war dies noch erforderlich. IPv4 verwendet einen Prozess namens Checksum (Prüfsumme), um die Integrität gesendeter Daten zu verifizieren. Checksum wird oft mehrmals ausgeführt, weil ein Router den Datenverkehr an mehrere Computer derselben Adresse leitet. Wenn jedes Gerät seine eigene permanente Adresse erhält, wird die Konfiguration wesentlich einfacher.

    Um den Unterschied zu verdeutlichen: Stellen Sie sich vor, ein Brief wird erst an Ihre alte Anschrift geschickt und dann nachgesendet – oder er wird direkt an Ihr neues Zuhause adressiert.

    IPv6 soll für einen effizienteren Datenfluss sorgen. Durch die Unterstützung von „Quality of Service“ (QoS) werden Ressourcen gezielter zugewiesen. Wenn Ihre Internetverbindung langsam oder beschränkt ist, priorisiert QoS, welche Datenbits zuerst übertagen werden sollen. Die Frage lautet eigentlich nicht: „Soll ich IPv6 verwenden?“ Vielmehr geht es um die Vorteile, die für uns alle damit verbunden sind.

    Was ist der Unterschied zwischen IPv4- und IPv6-Adressen?

    Der Unterschied zwischen IPv4- und IPv6-IP-Adressen liegt darin, dass IPv6-Adressen länger sind und ein anderes Format aufweisen. Deshalb lassen sich mehr eindeutige IPv6-Adressen konfigurieren. IPv4 nutzt ein 32-Bit-System mit Ziffernfolgen, die durch Punkte getrennt sind. IPv6 hingegen beruht auf einem 128-Bit-System mit alphanumerischen Zeichenfolgen, die durch Doppelpunkte getrennt sind.

    Hier sehen Sie die Unterschiede zwischen IPv4 und IPv6 im Überblick:

    Die Unterschiede zwischen IPv4 und IPv6

    Ist IPv6 somit besser als IPv4? Aus praktischer Sicht auf jeden Fall. Die Kommunikation über das Internet verläuft wesentlich effizienter, wenn jedes Gerät über eine eindeutige Adresse verfügt – und das ist nur mit IPv6 möglich.

    icon_02Geschwindigkeit: IPv4 vs. IPv6

    Obwohl aufgrund des größeren IPv6-Headers bei jedem Vorgang mehr Daten übertragen werden müssen, sorgt die optimierte Struktur trotzdem für kürzere Sendezeiten. Unter IPv4 werden die meisten Daten über eine IP-Adresse geleitet, die von vielen Geräten geteilt wird, bevor sie beim endgültigen Empfänger eintreffen. IPv6-Kommunikation ist schneller, weil Daten direkt zwischen Geräten gesendet werden.

    Direkte Verbindungen gewährleisten, dass alle Nachrichten unversehrt ankommen. Wie erwähnt, führt IPv4 während der Kommunikation mehrmals Überprüfungen durch, was die Transferzeit verlängert. IPv6 hingegen überprüft die präzise Datenübertragung auf der TCP-Ebene. In der Regel verzeichnen wir dank IPv6 höhere Internetgeschwindigkeiten.

    icon_01Sicherheit: IPv4 vs. IPv6

    Ihr Gerät stellt also in einem Ozean mit 340 Billionen Billionen Billionen an IP-Adressen nur einen winzigen Hafen dar. Aber das genügt nicht, um Ihre IP-Adresse zu verbergen. Hacker haben es sich zur Kunst gemacht, menschliches Verhalten vorherzusehen. Die Muster von Datenvorgängen sind mit IPv6-Adressen genauso gut erkennbar.

    Niemand darf sich automatisch sicherer fühlen, nur weil er IPv6 verwendet. Vielmehr könnte das schon in Kürze weitaus weniger sicher sein. IPv6 ist relativ neu und unbekannt und das gilt auch für den Konfigurationsprozess. Während sich die meisten Leute noch damit vertraut machen, nutzen Hacker und Cyberkriminelle bereits die Schwachstellen auf der Netzwerkprotokollebene aus. 

    Unter IPv6 müssen Sie Ihren Computer genauso dringend schützen wie bisher. Denn Hacker suchen immer neue Wege, um Daten zu stehlen oder das große Geld zu machen. Mit AVG Secure VPN können Sie darauf vertrauen, dass Ihre IP-Adresse und Internetaktivitäten vor allen abgeschirmt werden, die herausfinden möchten, wer Sie sind und was Sie machen.

    Woran sehe ich, welche Art von IP-Adresse ich verwende?

    Sie können auf unterschiedliche Weise Ihre IP-Adresse bestimmen. Suchen Sie zum Beispiel einfach in Google nach „wie ist meine IP?“. Einfacher geht es kaum. Unter Windows, macOS oder Linux können Sie Ihre IP-Adresse ebenfalls ganz leicht herausfinden.

    Wenn Sie schon dabei sind, sehen Sie auch gleich nach, ob Ihre IP-Adresse öffentlich oder privat und statisch oder dynamisch ist. Diese Merkmale sind in bestimmten Fällen relevant, sodass es sich lohnt, darüber Bescheid zu wissen.

    Warum wurde IPv6 erschaffen?

    IPv6 wurde erschaffen, weil im Internet die IPv4-Adressen ausgehen. IPv4 kann nur etwas über 4 Milliarden eindeutige Adressen bereitstellen. Im Oktober 2020 hatten jedoch schon 4,66 Milliarden Menschen einen Internetzugang, viele von ihnen über mehr als ein persönliches Gerät. Deshalb müssen im Internet mehr IPs verfügbar sein.

    Bereits in den 1990er-Jahren sah die Internet Engineering Task Force (IETF) voraus, dass die Zahl der mit dem Internet verbundenen Geräte irgendwann die Zahl der möglichen IPv4-Adressen übersteigen würde. Deshalb begann die IETF mit der Entwicklung eines neuen 128-Bit-Systems, das für die absehbare Zukunft genug Adressen sicherstellen würde. 

    „32 Bit“ bezieht sich übrigens auf eine Abfolge von Ziffern (die oben erwähnten Zahlen zwischen 0 und 255) mit einer bestimmten Anzahl an Kombinationsmöglichkeiten. Weil in einem 128-Bit-System mehr Bits zur Verfügung stehen, können längere Zeichenfolgen gebildet werden. 

    Tausende von Internetdienstanbietern haben sich 2012 darauf geeinigt, IPv6 als neuen Standard einzuführen. Der Umstellungsprozess dauert bis heute an. Diese Entscheidung kam gerade noch rechtzeitig, weil IPv4 in Kürze an seine Grenzen stößt.

    Sind uns die IPv4-Adressen ausgegangen?

    Praktisch gesehen nein, technisch aber schon. Es gibt keine neuen IPv4-Adressen mehr und wir können die alten nur dank einiger cleverer, aber zeitlich begrenzter Tricks weiterverwenden.

    Ihr Internetdienstanbieter nutzt vermutlich NAT (Network Address Translation), d. h. Netzwerkadressübersetzung. Dies bedeutet, dass Ihnen eine gemeinsame IP-Adresse zugewiesen wird und Ihr Gerät innerhalb dieser Gruppe eine interne IP-Adresse erhält. Wegen des Mangels an IPv4-Adressen wurde ein zusätzliches System erstellt, um das Internet am Leben zu erhalten, einschließlich Fehlerbehebungsmechanismen.

    Es sind keine neuen IPv4-Adressen mehr verfügbar.Die IP-Adressen in diesem Bild dienen nur zur Erklärung. Als „Broadcast-Adressen“ können sie keinem einzelnen Computer zugewiesen werden.

    Der Umstieg auf IPv6 wird alles vereinfachen. Ihre IP-Adresse ist und bleibt dann Ihre IP-Adresse. Waren Sie schon einmal von Portweiterleitung betroffen? Dann wurde Ihr Computer mit NAT vom Internet isoliert. Die Daten mussten an Ihren speziellen Computer „weitergeleitet“ werden, weil er nur eine von mehreren Maschinen unter derselben IP-Adresse war. Mit IPv6 wird die Verbindung nicht mehr über drei Ecken hergestellt.

    Aufgrund der Anzahl möglicher IPv6-Adressen wird die Online-Kommunikation im Vergleich zu IPv4 wesentlich geradliniger erfolgen. Weil die Zahl der Geräte im Internet ständig steigt, wird sogar die NAT-Kapazität in näherer Zukunft erschöpft sein.

    Warum wurde noch nicht komplett auf IPv6 umgestellt?

    Ein Umstieg auf IPv6 würde das „Business as usual“ beeinträchtigen. Internetdienstanbieter und Unternehmen müssen produktiv bleiben, und Privatnutzer möchten nicht, dass ihre Internetverbindung ausfällt. Solange der Übergang nur zukunftsorientiert, aber nicht dringend erforderlich ist, wird er ein langfristiger Prozess bleiben. 

    Wenn Sie frühzeitig umsteigen, können andere schwerer eine Verbindung zu Ihnen herstellen. Und die Ausgaben für neue Hardware sind schwer zu rechtfertigen, wenn alle anderen ihre Geschäfte wie gewohnt weiterführen. 

    Weil IPv4 nicht mit IPv6 kompatibel ist, wurde IPv6 um einen Mechanismus ergänzt, der die Kommunikation zwischen den beiden Standards ermöglicht. Irgendwann wird der Umstieg von IPv4 auf IPv6 jedoch permanent sein.

    Können Sie IPv6 deaktivieren?

    Sie können IPv6 unter Windows, macOS oder Linux deaktivieren, aber manche Komponenten funktionieren dann nicht mehr. Je weiter der Umstieg voranschreitet, desto dringender benötigt Ihr Computer eine IPv6-Adresse. 

    Manche Benutzer deaktivieren IPv6 aus Sicherheitsgründen. Obwohl IPv6 an sich nicht weniger sicher als IPv4 ist, sind bestimmte Sicherheitsprobleme aufgetreten und werden auch während der Übergangsphase hier und da auftauchen.

    IPv4 könnte somit sicherer sein, bis der Umstieg weiter fortgeschritten ist, aber auch eine gewisse Instabilität bewirken. Ihr Computer kann aufgrund inkompatibler Treiber abstürzen. Daher wird häufig empfohlen, die Konfiguration des Herstellers einfach beizubehalten. Das Deaktivieren von IPv6 bringt oft mehr Probleme als Vorteile mit sich. Verwenden Sie stattdessen immer eine erstklassige Antivirus-Software – und halten Sie Ihre Anwendungen auf dem neuesten Stand.

    Bleiben Sie mit IPv4 oder IPv6 anonym

    Ganz gleich, ob Sie IPv4 oder IPv6 verwenden: Mit einem VPN (oder virtuellen privaten Netzwerk) bleiben Ihre Aktivitäten privat und sicher. Das AVG Secure VPN wurde entwickelt, um Ihre IP-Adresse zu verbergen und Ihre Anonymität im Internet zu schützen. 

    Das AVG Secure VPN verschlüsselt nicht nur Ihre persönlichen Daten, sondern verbirgt auch Ihre Identität hinter einer neuen IP-Adresse. So können Webseiten, Werbetreibende, Hacker und Behörden nicht erkennen, wer Sie sind oder warum Sie im Internet surfen – Ihre Online-Aktivitäten sind extrem schwer zu verfolgen. Testen Sie das AVG Secure VPN noch heute.

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