Das Dark Web. Klingt das für Sie Furcht einflößend? Läuft es Ihnen bei diesen beiden Wörtern eiskalt den Rücken runter? Wissen Sie, weshalb Sie sich so fühlen? 

Das Dark Web ist als Paradies für illegale Aktivitäten bekannt, um die viele Menschen am liebsten einen weiten Bogen machen. Aber was ist das Dark Web wirklich und erfüllt es einen anderen Zweck?

Dieser Artikel soll etwas Licht ins Dunkel bringen und die zahlreichen Verwendungsmöglichkeiten des Dark Web erläutern.

Was ist das Dark Web?

Das Internet ist in drei Hauptbereiche gegliedert: Surface Web, Deep Web und Dark Web. Das Surface Web macht rund 10 % des gesamten Internets aus und beinhaltet alle Informationen, die mit einer Suchmaschine wie Google oder Yahoo auffindbar sind.

Das Deep Web ist (trotz seines unheilvollen Namens) einfach nur ein Ort, an dem Informationen gespeichert sind, die nicht für jedermann ohne weiteres zugänglich sind. Darunter fallen alle passwortgeschützten Daten wie Abonnementdienste, Bankkonten und medizinische Informationen. Das Deep Web macht den Großteil des Internets aus.

Das Dark Web umfasst alle Daten, die mit einem Standard-Browser wie Google Chrome oder Firefox nicht zugänglich sind. Im Dark Web finden sich alle möglichen Informationen. Das Wort Dark ist lediglich ein Bezug auf die eingeschränkte Zugänglichkeit.

So schlimm war das doch nicht, oder?

Wann ist es entstanden?

In den Büchern zur Geschichte des Internets wird erwähnt, dass im Jahr 1969 mit ARPANET, dem Urvater des Internets, erstmals eine Nachricht verschickt wurde. Danach dauerte es nicht lange bis zur Entstehung der ersten verdeckten Netzwerke oder Dark Nets.

Wie kann ich auf das Dark Web zugreifen?

Sie haben sich vielleicht gefragt, ob die Verwendung des Dark Web an sich illegal ist. Die Antwort darauf lautet: „Nein“. Möglicherweise illegal sind Ihre Aktivitäten im Dark Web. Das hängt aber von Ihnen ab.

Nun, da dies geklärt ist, stellt sich die Frage, wie ein furchtloser Forscher wie Sie seinen Weg ins Dark Web findet.

Das gängigste Mittel dafür ist der anonyme Browser Tor. Dieser Browser kann genau wie Chrome, Firefox oder sonst ein Browser heruntergeladen werden, funktioniert jedoch anders.

Tor ist die Kurzform von „The Onion Router“ (Zwiebel-Router), ein Verweis auf die Funktionsweise des Browsers. Die Internet-Aktivität mittels Tor wird über verschiedene übereinander gelagerte Netzwerke bzw. Schichten (wie die Schichten einer Zwiebel) geleitet, wobei jede einzelne Schicht dazu dient, den Datenverkehr zu Ihrem Computer zu verschlüsseln. Aufgrund dieser zusätzlichen Sicherheitsschichten ist Tor langsamer als gewöhnliche Browser. Viele Tor-Benutzer empfehlen zusätzlich ein VPN für maximalen Datenschutz.

Es gilt aber zu bedenken, dass es sich bei Tor nicht um das eigentliche Dark Web, sondern lediglich um ein Tool zum Surfen im Dark Web handelt. Mit Tor können Sie wie gewohnt auf sichere Weise auf Inhalte zugreifen – oder Sie können tiefer eintauchen. An dieser Stelle kommen Websites mit der Endung .onion ins Spiel. Wenn die Adresse einer Website diese Endung (anstatt .com, .net usw.) enthält, handelt es sich um eine Website im Dark Web, auf die nur mittels Tor zugegriffen werden kann. Websites mit der Endung .onion werden von normalen Suchmaschinen nicht angezeigt, selbst wenn Tor verwendet wird. Zu diesem Zweck verwenden Benutzer des Dark Web spezielle Verzeichnisse.

Wozu dient das Dark Web?

Wenn Sie schon einmal etwas über das Dark Web gehört haben, drehte es sich wahrscheinlich um unredliche Aktivitäten. Tatsächlich handelt es sich beim Dark Web um einen Ort mit extremer Online-Privatsphäre. Beispielsweise können im Dark Web Drogen erworben werden, die dann per Post zugestellt werden. Sie können im Dark Web allerdings auch die New York Times lesen oder auf Facebook surfen, wobei es von beiden Diensten Versionen mit der Endung .onion gibt (beide Dienste erfordern jedoch trotzdem ein Abonnement und ein Login). Was Sie letztendlich im Dark Web unternehmen, hängt von Ihren persönlichen Bedürfnissen ab.

Nehmen wir an, Sie leben in einem Land wie dem Iran, wo beliebte Websites wie Facebook und Twitter zensiert werden. Wenn Sie Tor für den Zugriff auf blockierte Websites und zusätzlich .onion-Versionen im Dark Web (falls vorhanden) verwenden, ist Ihr Online-Zugriff gesichert und Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen. Allerdings muss erwähnt werden, dass ein Großteil der Personen, die Tor und das Dark Web hauptsächlich aus Gründen der Privatsphäre und nicht aus Zugriffsgründen verwenden, die Verwendung von Facebook im Dark Web angesichts der  damit verbundenen Datenschutzprobleme als ironisch einstufen würde.

Whistleblower, Journalisten sowie Gegner staatlicher Unterdrückung verwenden private Online-Tools wie Tor und das Dark Web ebenfalls für ihre Zwecke.

Aber Privatsphäre bleibt Privatsphäre, ungeachtet davon, ob es von Wohl-, Übeltätern oder Personen zwischen den beiden Fronten verwendet wird. Während sich Durchschnittsbürger mithilfe des Dark Web Spionage und Datenerfassung durch Regierungen und Unternehmen entziehen können, kann es von denselben Menschen auch für unredliche Zwecke missbraucht werden. Hier ein Beispiel: Das Dark Web ist ein hervorragender Ort für die Verteilung und den Verkauf von  Malware. Ein weiteres Beispiel: Die Privatsphäre des Dark Web ermöglicht betrügerische Aktivitäten wie den Verkauf gestohlener Kreditkartennummern. Und keine Debatte um das Dark Web wäre komplett ohne eine Erwähnung von Crypto-Währungen wie Bitcoin und Ethereum, ohne die private Transaktionen kaum vorstellbar wären (dies gilt sowohl für das Dark Web als auch für das Surface Web).

Und dann gab es noch die umstrittene Website Silk Road, ein Marktplatz im Dark Web, auf dem alles Erdenkliche angeboten wurde. Die Website bot unter anderem einen robusten, von Benutzern bewerteten Drogenhandel, der Meldungen zufolge ironischerweise zu einer Verringerung des Drogenhandels auf der Straße und der damit verbundenen Gewalt beitrug. Im Jahr 2013 wurde die Website vom FBI abgeschaltet. Das FBI konfiszierte zudem Server und setzte Malware ein, um die Mitglieder eines pädophilen Rings zu fassen, was beweist, dass die Gesetzeshüter durchaus in der Lage sind, die finstereren Ecken des Dark Web zu erleuchten und die verschiedenen Sicherheitsebenen zu umgehen.

Und ganz nebenbei sei erwähnt, dass die US-Regierung Tor mit umfangreichen finanziellen Mitteln unterstützt hat. Durchschnittliche Benutzer wie Sie seien zudem gewarnt, dass Sie für das bloße Werfen eines Blicks auf Tor auf eine Liste gesetzt werden können, selbst wenn Sie nichts Böses im Schilde führen.

Die Zukunft des Dark Web

Kein Datenschutz-Tool ist perfekt. Da die Zahl der Angriffe auf die Privatsphäre durch Hacker und Unternehmen täglich zunimmt, greifen immer mehr Benutzer auf das Dark Web zu, um zumindest ein gewisses Maß an Privatsphäre im Internet zu schützen. Falls Sie jedoch vor Tor und dem Dark Web zurückschrecken, können Sie ein VPN verwenden, das Ihre Verbindungen verschlüsselt und so zur Wahrung Ihrer Anonymität im Internet beiträgt.

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