VPNs (Virtual Private Networks) schützen Ihre Privatsphäre im Internet, indem Sie Ihre IP und gesendete oder empfangene Daten maskieren. Während viele VPNs normalerweise für Zwecke wie Streaming oder sichere Verbindungen in einer Unternehmensumgebung verwendet werden, haben die Anbieter neuerdings auch Gamer als Zielgruppe ausgemacht. Meist behaupten sie, ihre VPNs würden die Latenz verbessern oder es ermöglichen, Spiele außerhalb Ihrer Region zu spielen.

Als Gamer habe ich mich gefragt, wie nützlich sie wirklich sind, und mich etwas näher mit ihnen beschäftigt. Es stellte sich heraus, dass die meisten Behauptungen typische Werbeversprechen sind, auf die wir in diesem Artikel eingehen werden. Aber es ist nicht alles Schall und Rauch, denn in einigen Fällen kann ein VPN tatsächlich hilfreich sein.

Überprüfen wir nun einige der Behauptungen, um herauszufinden, ob sie zutreffen oder nicht – oder ob die Wahrheit irgendwo dazwischen liegt...

Die Verwendung eines VPN für Spiele hilft Ihnen:

  1. Verzögerung und Ping zu reduzieren, da Sie eine schnellere Serververbindung verwenden.
  2. Geoblocking zu umgehen und Multiplayer-Spiele zu spielen, die in anderen Ländern nicht verfügbar sind
  3. Spiele herunterzuladen, zu kaufen und zu spielen, egal in welchem Land Sie sich befinden. Außerdem erhalten Sie Zugang zu Spielen, die noch gar nicht verfügbar sind.
  4. Sicherzustellen, dass Ihre Daten während des Spielens sicher und geschützt sind
  5. Ihren Gaming-Datenverkehr zu verschlüsseln und anonym zu bleiben
  6. Sich vor DDoS-Angriffen zu schützen, was besonders wichtig bei Online-Gaming-Wettbewerben und -Turnieren ist.

Mythos 1: Ein VPN verbessert das Gaming-Erlebnis

Multiplayer-Spiele gibt es seit mehr als zwei Jahrzehnten und sie erreichen gerade neue Höhen mit Titeln wie „Fortnite“ und „Playerunknowns Battlegrounds“ (PUBG). Screenshot eines Bikers aus dem Spiel „PlayerUnknowns Battleground“Für Online-Gamer zählt nur eines: Eine stabile Verbindung mit geringer Latenz. Einige VPN-Anbieter behaupten, dass sie Ihnen durch die Verbindung mit einem ihrer Server, der sich näher am Quell-Gaming-Server befindet, helfen können, Ping-Zeiten zu reduzieren und die allgemeine Verzögerung bei Spielen wie PUBG, Dota 2, Counterstrike oder anderen zu verringern.

Richtig oder falsch?

Überwiegend falsch! In unseren Tests haben wir keine Verbesserungen bei den Verzögerungen oder Ping-Zeiten beobachtet. Im Gegenteil: Nicht nur waren keine Vorteile zu erkennen, es beschweren sich auch viele Spieler online über die Verbindungsprobleme und Verzögerungen, die durch diesen zusätzlichen „Mittelsmann“-Server entstehen.

Mythos 2: Multiplayer-Spiele funktionieren dank VPN problemlos

Einige Internetanbieter blockieren Peer-to-Peer-Verbindungen (P2P), zu denen Multiplayer-Spiele wie PUBG zählen. Einige VPN-Anbieter behaupten, dass sie diese Probleme beheben können.

Richtig oder falsch?

Falsch! Zugegeben, in extrem seltenen Fällen blockiert der Internetanbieter möglicherweise einige P2P-Verbindungen, was durch ein VPN umgangen werden könnte. Bei unserer Untersuchung zu den beliebtesten Spielen und Internetanbietern weltweit sind uns keine offensichtlichen Fälle davon untergekommen. Es hat mit Sicherheit nie geholfen, Verbindungsprobleme bei mir zu lösen, aber in Einzelfällen wurde von anderen berichtet, dass dies der Fall gewesen sei.

Mythos 3: Zugang zu geografisch gesperrten Spielen

Viele Inhalte im Internet besitzen eine sogenannte Geosperre, d. h sie sind auf bestimmte Länder oder Regionen beschränkt. Dazu gehören Videos, Nachrichtenseiten – und auch Spiele. Wenn ein Spiel online in Europa gespielt werden kann oder wenn Sie einen bevorzugten Server haben, mit dem Sie sich verbinden, funktioniert das möglicherweise aus Asien oder in den USA nicht (und umgekehrt). Mit einem VPN können Sie entscheiden, zu welchem Server Sie eine Verbindung herstellen, unabhängig davon, wo Sie sich gerade befinden. Ein Screenshot vom Spiel „Dying Light“

Richtig oder falsch?

Richtig, aber nur in seltenen Fällen! Die meisten Multiplayer-Spiele können in den USA, Europa und den meisten Regionen Asiens gespielt werden. In einigen Ländern gelten jedoch Beschränkungen, wodurch Unternehmen aus einem Land, beispielsweise den USA, keine Geschäfte in einem anderen Land tätigen dürfen, wie etwa dem Iran (Blizzard ist ein typisches Beispiel). Andere Regierungen blockieren direkt bestimmte Spiele. Dies gilt jedoch nicht für die meisten populären Spiele.

Mythos 4: Zugang zu Spielen

VPN-Anbieter behaupten auch, dass Sie mit einem VPN Zugang zu Spielen erhalten, die in Ihrem Land noch nicht verfügbar sind. Wenn beispielsweise ein Spiel in den USA, aber noch nicht in Europa veröffentlicht wurde, können Sie als Serverstandort die USA auswählen und vor allen anderen das Spiel kaufen und ausprobieren. Dies gilt in einigen Fällen auch für das Herunterladen von DLC-Inhalten!

Möchten Sie ein VPN verwenden, um ein Spiel schon vor der Veröffentlichung in Ihrer Region zu erhalten? Es lohnt sich möglicherweise nicht.

Richtig oder falsch?

Richtig, aber nur in AUSNAHMEFÄLLEN und nicht sehr ratsam. Nehmen wird als Beispiel „Fallout 4“ aus dem Jahr 2015: Die Benutzer gaukelten Steam vor, dass sie sich in Neuseeland befänden, wo Fallout 4 aufgrund von Zeitzonenunterschieden fast einen Tag früher verfügbar war als in den USA. Dies führte dazu, dass Nutzer vom Anbieter Steam blockiert wurden, was man wirklich nicht möchte, wenn ein angesagtes neues Spiel erscheint.Screenshot vom Spiel „Fallout 4“.
Unsere Empfehlung lautet daher: ABWARTEN. Haben Sie etwas Geduld. Natürlich möchten Sie unbedingt ein cooles neues Spiel ausprobieren, aber Steam oder die Spielentwickler selbst haben das Recht, den Zugang zu blockieren.

Mythos 5: Schutz Ihrer Daten und Verhindern eines DDoS-Angriffs

Wettbewerbsmäßiges Gaming ist zu einem großen Geschäft geworden und somit auch anfällig für Distributed Denial of Service-Angriffe (DDoS), die Ihre IP-Adresse ins Visier nehmen und somit die Verbindung lahmlegen (= Sie verlieren das Spiel!). Ein VPN verschleiert Ihre IP-Adresse, sodass Sie nicht direkt angegriffen werden können – behaupten zumindest die großen VPN-Anbieter.

Richtig oder falsch?

Richtig, aber ebenfalls EXTREM selten, es sei denn, Sie betreiben einen dedizierten Wettbewerbsserver für „Minecraft“ oder „League of Legends“. Und in diesem Fall wäre eine VPN-Lösung für Privatanwender sicher nicht geeignet.

Mythos 6: Spielen mit anderen Spielern an verschiedenen Orten, so als befänden sich alle im selben Raum

Erinnern Sie sich noch an die gute alte Zeit der LAN-Spiele? Sie ist noch nicht vorbei: Viele Spiele bieten immer noch einen Modus, in dem Sie PCs und Laptops über ein lokales Netzwerk (LAN) verbinden und gemeinsam in einem Raum spielen können.

Wenn Sie jedoch unterwegs sind, wird es etwas schwieriger. Es gibt Tools, mit denen Sie ein LAN über das Internet mithilfe der VPN-Technologie (z. B. Hamachi) erstellen können, sodass sich Ihre Freunde von überall aus damit verbinden können. Es lässt sich mit nur einem Mausklick einrichten. All Ihre Freunde müssen es installieren.

Richtig oder falsch?

Richtig, aber die meisten VPNs erlauben diesen LAN-Modus nicht (außer Hamachi).

Fazit: Sollte man nun ein VPN für Gaming verwenden?

Ein VPN könnte Ihnen dabei helfen und einen Versuch in den oben genannten Fällen wert sein. Probieren Sie es auf jeden Fall mal aus, um herauszufinden, ob es Ihre Probleme behebt – Sie können z. B. AVG Secure VPN kostenlos testen. In den meisten Fällen funktioniert das Spielen ohne VPN einwandfrei und wenn Ihr Spiel unter Performanceeinbußen oder Verzögerungen leidet, liegt die Ursache dafür oft ganz woanders. Mehr dazu finden Sie in unserem Artikel „Neun Möglichkeiten, Ihren Gaming-PC zu verbessern“.

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