Über Online-Shopping lässt sich kaum etwas Schlechtes sagen. Die Preise stimmen und es gibt viele Angebote. Die Auswahl ist unschlagbar. Der Versand ist schnell und einfach. Und es lässt sich bequem von zu Hause (oder dem Büro) aus erledigen, weit weg von dem Chaos und Frust beim Einkauf in Geschäften, besonders vor den Feiertagen.

Laut einer Umfrage von BestBlackFriday.com unter US-Käufern werden in diesem Jahr rund 54 % der Verbraucher den Großteil ihrer Weihnachtseinkäufe online tätigen. Generell kaufen rund 70 % der Amerikaner und Briten regelmäßig online ein. Und auf dem europäischen Festland nutzten 2015 mehr als 53 % der Verbraucher Shopping-Websites. Insgesamt wird sich der E-Commerce im Einzelhandel bis Ende 2016 weltweit auf 2 Billionen US-Dollar belaufen.

Wo es Geld gibt, lauern auch Verbrecher.

Wenn es um Online-Diebstahl geht, sind gestohlene Kreditkartennummern nur die Spitze des Eisbergs. Kriminelle fälschen auch beliebte Websites, um die Käufer zu ködern, die nach Angeboten suchen. Sie richten WLAN-Hotspots ein, die legitim aussehen, um Zugang zu Ihrem PC oder Smartphone zu erhalten. Sie versprechen in E-Mail-Phishing-Angriffen unglaubliche Rabatte. Sie verwenden Popup-Werbung und Drive-by-Downloads, um Key-Logger zu installieren, die Passwörter und Kontoinformationen erfassen. Und sie attackieren Sie mit Scareware, gefälschten Coupons und falschen Versandbenachrichtigungen, die Sie dazu bringen sollen, auf einen Link zu klicken, zu antworten oder eine Nummer anzurufen.

Aber ihr Erfolg hängt fast immer von Ihrer Nachlässigkeit ab. Das hießt, dass Sie bestimmte Maßnahmen ergreifen können, um beim Online-Shopping sicherer zu sein. Aus diesem Grund haben wir eine Liste mit sieben Tipps zusammengestellt, die Ihr Risiko, ein Opfer zu werden, stark vermindern sollten.

1. Halten Sie sich an vertrauenswürdige Marken und Websites

Trotz den bekannten Fällen von gestohlenen Kreditkartendaten bei Händlern wie Target und TJ Maxx unternehmen die großen Namen im Einzelhandel hohe Anstrengungen, um ihre Websites oder Mobil-Apps zu sichern. Achten Sie nur darauf, immer doppelt zu überprüfen, ob der Name in der URL richtig geschrieben ist (also „target.com“ statt „targett.com“), ob die App von einer offiziellen Firmen-Website oder einem offiziellen App-Store stammt und einen eindeutigen Namen hat und ob das Logo und die Farben zur Marke passen.

Bei Browsern sollten Sie sicherstellen, dass diese SSL-Verschlüsselung (Secure Socket Layer) verwenden. Dies schafft eine sichere Kommunikation zwischen Ihrem PC und der Shopping-Website. Achten Sie einfach auf das „s“ am Ende von „http“ in der Adressleiste Ihres Browsers. (Es erscheint manchmal erst, nachdem Sie sich angemeldet oder auf den Warenkorb geklickt haben.) Wenn das „s“ fehlt, kaufen Sie besser anderswo ein.

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Achten Sie auf das „s“ von „http“.

2. Hüten Sie sich vor Betrügern

Eine Warnung, dass Ihr Konto geschlossen wird, es sei denn, Sie übermitteln wichtige Informationen: das könnte ein Betrug sein. Ein Gutschein nur für Sie per E-Mail: das ist wahrscheinlich ein Betrug. Die Chance, ein Testkäufer zu werden, wenn Sie Ihre Bankverbindung angeben: ebenfalls ein Betrug. Diese schrecklich süße Tapete mit Weihnachtsmotiv – Betrug. Dieser Versandhinweis, der Sie auffordert, hier zu klicken (aber nicht ganz wie UPS aussieht) – Betrug! Diese Facebook-Angebote, die Sie zu externen Seiten leiten – BETRUG!

Okay, okay, nicht alles ist Betrug, und wir möchten Ihnen nicht unnötig Angst einjagen. Die Kernaussage ist, dass Sie Angebote, Meldungen oder Warnungen immer kritisch überprüfen sollten. Angebote, die zu gut scheinen, um wahr zu sein, sind das meist auch. Jeder, der Sie per E-Mail nach persönlichen Informationen oder Kreditkartendaten fragt, ist höchstwahrscheinlich kriminell. Prüfen Sie die E-Mail-Adresse des Absenders und fahren Sie mit der Maus über die Links (aber klicken Sie nicht darauf), um zu sehen, wohin sie wirklich führen. Und Popup-Fenster, die NICHT von Ihrem Antivirus-Anbieter stammen und Sie warnen, dass Ihr PC infiziert ist, sollten zusammen mit der Website, die sie geöffnet hat, geschlossen werden.

Legitime Einzelhändler werden niemals damit drohen, Ihre Konten zu schließen, falls Sie keine wichtigen Informationen übermitteln. Tatsächlich werden sie niemals per E-Mail (oder Telefon) nach Konto- oder personenbezogenen Daten fragen. Wenn Sie also auch nur die geringsten Zweifel an der Echtheit von E-Mails, Meldungen, Popups, Websites, Angeboten usw. haben, dürfen Sie nicht darauf klicken, antworten oder eine angegebene Nummer anrufen. Schließen Sie alle Fenster und kümmern Sie sich nicht weiter drum.

3. Verwenden Sie Ihre eigene Ausrüstung

Damit meinen wir Hard- und Software. Auf einem PC in einem Café, Hotel, einer Bibliothek oder an einem anderen öffentlichen Ort, der von mehreren Personen genutzt werden kann, sollten Sie niemals einkaufen oder Ihre E-Mails lesen. Wenn Sie über öffentliches WLAN Online-Shopping tätigen (auf Ihrem eigenen Gerät), verwenden Sie immer ein VPN (Virtual Private Network). Ein persönliches VPN wie HideMyAss oder AVG Secure VPN verschlüsselt alle Daten, die zwischen Ihrem Gerät und dem Zahlungsportal des Händlers ausgetauscht werden. Und wenn Sie einen vernünftigen Datentarif und LTE haben, verwenden Sie unterwegs Ihre Mobilfunkverbindung statt öffentlichem WLAN.

4. Nutzen Sie eine Zahlungsmethode mit Käuferschutz und prüfen Sie die Rückgabebestimmungen

So bequem sie auch sein mögen: Debitkarten sollten beim Online-Shopping möglichst nicht verwendet werden. Kreditkarten bieten in der Regel einen besseren Käuferschutz, wobei die Höhe der Haftung für den Fall, dass jemand Ihre Nummer stiehlt oder Sie betrügt, begrenzt ist. Und Online-Zahlungssysteme wie PayPal, Google Wallet, Stripe und Payoneer bieten eine zusätzliche Ebene zwischen Ihnen und den Einzelhändlern, sodass Sie niemals persönliche oder Kontoinformationen an Händler weitergeben.

Legitime Einzelhändler erlauben außerdem fast immer Retouren. Reine Online-Händler bieten in der Regel ein uneingeschränktes Rückgaberecht. Händler, die auch über physische Geschäfte verfügen, erlauben es Ihnen oft, online gekaufte Artikel im Geschäft zurückzugeben. Wenn es keine Rückgaberichtlinien gibt, sie schwer zu finden sind oder kompliziert, suchen Sie besser einen anderen Shop.

5. Verwenden Sie besonders starke Passwörter (und einen Passwort-Manager)

Eine der besten Maßnahmen, um die Sicherheit beim Online-Shopping zu gewährleisten, ist auch eine der grundlegendsten: Verwenden Sie ein sicheres Passwort. Dies gilt für alle Konten auf allen Websites, auf die Sie zugreifen. Wiederholen Sie keine Passwörter und verwenden Sie keine leicht zu knackenden Variationen – ja, Sie benötigen für jedes Konto ein eigenes Passwort. Da dies Dutzende von Passwörtern bedeuten kann, die schwer zu merken sind, empfehlen wir Ihnen auch, einen Passwort-Manager zu verwenden.

6. Aktualisieren Sie Ihr System

Für Windows stellt Microsoft regelmäßig Updates und Sicherheitspatches zur Verfügung. Um die Installation abzuschließen, müssen Sie häufig Ihren PC neu starten. Wenn Sie ein ähnlicher Benutzer wie ich sind, lassen Sie Ihren PC möglicherweise tage- oder sogar wochenlang eingeschaltet (Schlafmodus oder Ruhezustand zählen nicht). Es ist daher ratsam, vor einem Einkaufsbummel zu prüfen, ob Updates installiert werden müssen. Unter Windows 8 und 10 gehen Sie dazu einfach auf das Microsoft-/Startmenü, geben „Windows Updates“ ein und klicken dann auf das gleichnamige Symbol.

So sieht das in Windows 8 aus:

Windows-Systemsteuerung

Geben Sie einfach „Windows Update“ ein.

Im sich öffnenden Fenster können Sie dann nach Updates suchen oder prüfen, ob Updates warten und der PC neu gestartet werden muss. Das sieht dann etwa so aus:

Windows Update-Bildschirm

Starten Sie unbedingt den PC neu!

Stellen Sie sicher, dass Sie alles gespeichert bzw. mit einem Lesezeichen versehen haben. Führen Sie dann den Neustart durch.

7. Errichten Sie eine Festung um Ihren PC herum

Wenn Sie kein Antivirus-Programm haben, besorgen Sie sich unbedingt eines. Noch besser ist es, eine kostenpflichtige Version zu installieren, die auch Spam-, Hacker- und Download-Schutz bietet, wie beispielsweise AVG Internet Security. Dies ist zwar schamlose Werbung, aber auch ein guter Rat. Die zusätzlichen Schutzebenen können verhindern, dass betrügerische E-Mails in Ihrem Posteingang landen, Hacker blockieren und Downloads prüfen, bevor sie auf Ihre Festplatte gelangen. Selbst diejenigen, die alle Warnzeichen kennen, haben schon mal versehentlich auf einen gefährlichen Link geklickt, weil sie müde oder in Eile waren. Deshalb gilt: Je mehr Sicherheitsvorkehrungen Sie getroffen haben, desto besser.

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Gedanken zum Schluss

Wie die aufgeführten Punkte zeigen, sollte Vorsicht Ihr Motto beim Online-Shopping sein. Wenn etwas faul erscheint, gehen Sie kein Risiko ein. Schließen Sie alle Programme, führen Sie einen Virenscan durch, starten Sie den PC neu und beginnen Sie von vorne. Dieser geringe Zusatzaufwand macht das Online-Shopping sicherer und es wird noch schwerer, etwas Schlechtes darüber zu sagen.

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