Jetzt ist es offiziell, wir leben bereits in der Zukunft. Was früher noch Science-Fiction war, steht jetzt in Ihrem Wohnzimmer. Ihr Haus spricht mit Ihnen mithilfe der KI-Stimme von Siri oder Alexa. Ihre intelligenten Sneaker binden die Schleifen jetzt selbst, wenn Sie auf eine Schaltfläche auf Ihrem Smartphone tippen. Ihre Klopapierrolle weiß, wann sie zu Ende geht und bestellt automatisch Nachschub. Vielleicht haben wir noch keine fliegenden Autos, aber die Technik von heute ist dennoch schon beeindruckend. Aber heißt das, dass wir den intelligenten Geräten bedingungslos vertrauen sollten? Haben Sie die (leider recht umfangreichen) Schattenseiten dieser schicken, neuen Erfindungen dabei aus den Augen verloren?

Wie klug ist es, intelligente Geräte zu verwenden?

Wir haben heute intelligente Geräte, die reibungslos im Verbund agieren und viele Bereiche unseres Lebens automatisieren. IoT (Internet der Dinge)-Geräte werden als ungemein leistungsfähig angepriesen. Aber große Macht geht auch mit großer Verantwortung einher ... und wie verantwortungsvoll gehen diese intelligenten Geräte mit Ihrer Sicherheit und Ihren persönlichen Daten um?

Anders als in Sci-Fi-Filmen entwickeln Ihre intelligenten Geräte keine Gefühle oder verschwören sich gegen Sie (hoffentlich)... aber sie könnten dazu beitragen, dass Sie extrem anfällig für Hacker und Datenlecks werden. Zu viele Unternehmen konzentrieren sich auf das nächste „große Ding“ und opfern dabei in ihrem Bestreben, damit als Erster auf den Markt zu kommen, die Sicherheit.

Wenn Sie also das nächste Mal ein solches neues technisches Spielzeug kaufen wollen, überlegen Sie gut, ob Sie sich wirklich für eines dieser riskanten IoT-Geräte entscheiden sollten, die wir in fünf Kategorien unterteilt haben. Lesen Sie außerdem weiter unten unsere Tipps darüber, wie Sie die Sicherheit intelligenter Geräte verbessern können, die Sie bereits besitzen.

Meiden Sie diese fünf Kategorien sogenannter intelligenter Geräte

1. Markenlose IoT-Geräte

Wenn Sie sich nach neuen IoT-Entwicklungen umsehen, werden Sie wahrscheinlich bei No-Name-Geräten fündig, die weit weniger kosten als die Konkurrenzprodukte der Markenanbieter. Was zunächst nach einem tollen Schnäppchen aussieht, könnte sich bald als Sicherheitsrisiko entpuppen. Bei billigen No-Name-Produkten stehen die Chancen schlechter, dass Software- und Firmware-Updates sowie technischer Support gewährt werden, was sie auf lange Sicht wesentlich anfälliger für Hackerangriffe macht. Es ist besser, lieber etwas mehr zugunsten der Produktsicherheit auszugeben,

2. Intelligentes Kinderspielzeug

Wenn Sie Ihren Kindern intelligentes Spielzeug kaufen, könnten Sie dadurch anfällig für Cyberangriffe werden. Viele Eltern kommen gar nicht auf die Idee, für einen Teddybär eine Authentifizierung oder andere Sicherheitsmaßnahmen einzurichten, aber wenn dieser Teddybär online-fähig ist, dann sind Maßnahmen zum Schutz der Privatsphäre unumgänglich. Bei Spielzeugherstellern wie CloudPets und Barbie ist es bereits zu Hackerangriffen gekommen, durch die persönliche Daten von Eltern und Kindern kompromittiert wurden. Ähnliche Datenpannen sind bei vielen anderen Spielzeugen aufgetreten.

Noch alarmierender ist, dass sich die Kameras und Mikrofone der IoT-Geräte für Spionagezwecken missbrauchen lassen. Bei Tierspielzeug, Babyphones oder Nanny-Cams sollten Sie vor der Nutzung unbedingt deren Sicherheit überprüfen.

3. Gebraucht gekaufte intelligente Geräte

Es ist keine gute Idee, intelligente Geräte über Craigslist oder Facebook Marketplace zu erwerben, da diese im Laufe ihrer vorhergehenden Nutzung mit Malware infiziert worden sein könnten. Vielleicht funktionieren sie auch nicht ordnungsgemäß. Sie wissen nicht, ob der Vorbesitzer das Gerät abgibt, weil es zum Beispiel Probleme mit der Verbindung oder mit bestimmten Funktionen gab. Das Beste ist daher ein Neukauf (lesen Sie unbedingt die Produktbewertungen, bevor Sie sich für ein bestimmtes Produkt entscheiden).

4. Intelligente Weinbelüfter (und andere überflüssige Innovationen)

Intelligente Weinbelüfter verfügen über eine Begleit-App, über die Sie die genaue Menge an Sauerstoff festlegen können, die ein Glas Wein enthalten soll. Im Ernst, brauchen Sie so etwas wirklich? Es mag wie ein schlechter Scherz klingen, aber Hacker können tatsächlich die Kontrolle über ungesicherte Geräte übernehmen und Millionen davon für groß angelegte DDoS (Denial of Service)-Angriffe missbrauchen.

Beispielsweise legte der berüchtigte Mirai-Angriff 2016 Twitter, Netflix und viele andere Internetgiganten lahm und nutzte dazu auch IoT-Geräte wie digitale Kameras. Wenn Sie den Kauf eines vernetzten Weinbelüfters, eines intelligenten Toasters oder Zahnseidespenders (das gibt es wirklich) erwägen, sollten Sie überlegen, ob der Nutzen das damit verbundene Risiko rechtfertigt.

5. Geräte, die bei einer Funktionsstörung völlig nutzlos werden

Erinnern Sie sich an die intelligenten Schuhe, die wir oben angesprochen haben? Als Nike ihre Version sich selbsttätig schließender Sneaker auf den Markt brachte, haperte es an der Kompatibilität mit Android. Fast unmittelbar nachdem sie die Schuhe in Empfang nehmen konnten, beschwerten sich verärgerte Kunden, die Android nutzten, da nach einem erzwungenen Softwareupdate die Schuhe sich nicht mehr mit der App synchronisieren und korrekt schließen ließen. Tatsächlich ließen sich die Schuhe nicht einmal manuell verschließen, sodass sie völlig nutzlos wurden.

Damit Sie nicht irgendwann vor einer Sammlung teurer Briefbeschwerer stehen, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass die Geräte zumindest eine Grundfunktion behalten, selbst wenn es zu einer Störung oder einem Stromausfall kommt. Sie wollen bestimmt nicht vor einer verschlossenen Tür stehen, nur weil Sie wegen eines Stromausfalls das Schloss nicht öffnen können.

Wie können Sie intelligente Geräte schützen

Es besteht kein Grund zur Verzweiflung. IoT-Geräte können sich als enorm hilfreich erweisen und Ihnen das Leben erleichtern und bereichern; sie müssen lediglich ordnungsgemäß abgesichert werden. Glücklicherweise gibt es einige einfache Maßnahmen, mit denen man das erreichen kann

1. Sichern Sie Ihren Router

Sorgen Sie als Erstes dafür, dass Ihr Router abgesichert ist. Ist dies nicht der Fall, kann dies zu umfangreichen Sicherheitsrisiken führen (sowohl für Ihre IoT-Geräte als auch für Ihren Computer). Ändern Sie also unbedingt die Standardeinstellungen. Sie benötigen ein starkes und nur einmal vergebenes Passwort. Sie sollten außerdem die WPA2-Verschlüsselung aktivieren und den Remote-Zugriff deaktivieren, um mögliche Einfallstore für Hacker zu schließen.

2. Verwenden Sie für jedes Gerät ein eigenes Passwort

Jedes einzelne Gerät benötigt einen eindeutigen Benutzernamen und ein nur einmal vergebenes Passwort. Ja, jedes. Sollte ein Hacker Zugriff auf ein Ihrer Ansicht nach unwichtiges Gerät (z. B. eine vernetzte Kaffeemaschine) erlangen, dann könnte er diesen leicht auf das gesamte Netzwerk und alle darin eingebundenen Geräte ausweiten.

3. Bleiben Sie stets Up-to-Date

Ihre Geräte auf dem neuesten Stand zu halten, ist die beste Möglichkeit, die Anfälligkeit von Software und Firmware zu minimieren. Die Unternehmen geben Updates heraus, mit denen Probleme behoben und Sicherheitslöcher gestopft werden sollen. Auch wenn die Benachrichtigungen zur Verfügbarkeit von Updates lästig sind, sollten Sie diese nicht ignorieren. Installieren Sie das Update sofort (oder richten Sie das Gerät so ein, dass es automatisch ein Update vornimmt). 

4. Trennen Sie alle Geräte, die Sie nicht verwenden, vom Netzwerk.

Wenn Sie feststellen, dass Sie Ihre intelligente Gabel weniger häufig als gedacht verwenden, dann trennen Sie diese vom Netzwerk oder schalten sie ganz aus. Sie können die Angriffsfläche verkleinern, indem Sie nicht genutzte Geräte aus dem Netzwerk entfernen.

5. Werfen Sie alte Geräte nicht in den Müll

Wenn Sie ein Gerät tatsächlich nie nutzen und es loswerden wollen, werfen Sie es nicht einfach in den Müll. Sie sollten ohnehin niemals Laptops, Desktops und Mobilgeräte einfach in den Müll entsorgen, und für IoT-Geräte gilt dies ebenso. Hacker könnten intelligente Geräte aus den Mülltonnen herauskramen und auf diese Weise an Ihre persönlichen Daten gelangen. Sogar alte intelligente Leuchten können einiges über Sie preisgeben, wenn jemand es darauf anlegt.

Suchen Sie daher zuerst auf der Website des Herstellers nach Informationen, wie man die Daten wieder löscht. Befolgen Sie die entsprechenden Anweisungen. Wenn Sie keine Informationen finden, bleibt Ihnen noch der Hammer, mit dem Sie dafür sorgen können, dass niemand auf Ihre Daten zugreifen kann.

Derzeit werden weltweit etwa 7 Mrd. IoT-Geräte genutzt. Diese Zahl soll sich bis 2022 auf 50 Mrd. erhöhen. Im selben Jahr sollen sich dann in einem durchschnittlichen nordamerikanischen Haushalt 500 vernetzte Geräte befinden. Hackern eröffnen sich dadurch zahlreiche Möglichkeiten. Nutzen Sie Ihre IoT-Geräte mit Bedacht und verzichten Sie nicht auf die entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen. Sie können dann unbesorgt Ihr vernetztes Zuhause genießen – und durchaus auch ein perfekt belüftetes Glas Wein.

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