Intelligente Toaster sind momentan voll angesagt:

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Ich weiß. Gott steh uns bei. Wir sind auf jeden Fall auf Beistand angewiesen. Denn wenn Sie denken, dass das einfach dumm ist und Sie nichts angeht, liegen Sie falsch.

Das Internet der Dinge kommt, ob Sie wollen oder nicht

Unternehmen und Finanzanalysten prophezeien es schon seit Jahren: „Das Internet der Dinge kommt! Das Internet der Dinge kommt!“ Und der Grund, warum sie mit solcher Inbrunst von diesem Thema sprechen, ist, dass sie quasi schon den damit einhergehenden Gewinn riechen können.

Das Potenzial für Unternehmen, die auf den „Smart“-Zug aufspringen, ist nämlich enorm. Vernetzte Geräte liefern viel zu viele detaillierte Daten über Sie als Verbraucher, als das Sie das ignorieren könnten – Daten, die zur Verbesserung von Produkten, Dienstleistungen, Verkaufszahlen und Vermarktung verwendet werden können. Oder die an Werbetreibende weiterverkauft werden können.

Sie werden vernetzten Geräten nicht aus dem Weg gehen können.

Und Sie werden vernetzten Geräten nicht aus dem Weg gehen können. Ältere Geräte geraten aufs Abstellgleis. Sobald Sie damit beginnen, Ihren störanfälligen Fernseher, Ihren kaputten Kühlschrank, Ihr ineffizientes Auto – und ja, selbst Ihren abgenutzten alten Toaster – gegen etwas neueres auszutauschen, werden Sie diese Artikel nicht ohne eine Art von eingebautem Chip und WLAN-Verbindung finden.

(Man kann eigentlich schon eine Reihe von exklusiven Marken vorhersehen, die sich auf altmodische Geräte spezialisieren, die „einfach funktionieren“, wie zur Zeit unserer Großeltern. Aber sie werden nicht billig sein. Und wer will schon einen Toaster in einer Boutique kaufen?)

So albern es also erscheint, der oben abgebildete Toaster wird sich definitiv gut verkaufen. Tatsächlich ist die Kickstarter-Kampagne dafür bereits abgeschlossen.

Aber was ist so schlimm an einem intelligenten Toaster?

Ich weiß, was Sie denken: Es ist doch nur ein Toaster. Nicht der Terminator.

Nein. Es ist nicht der Terminator.

Es ist jedoch ein vernetztes Gerät, das wahrscheinlich nicht richtig gesichert ist. Die nötigen Anstrengungen und Investitionen, um diese Geräte zu sichern und ein System für das Installieren von Updates einzurichten, wenn Sicherheitslücken entdeckt werden und Patches erforderlich sind, bieten keinen finanziellen Gewinn.

Natürlich behauptet jeder Hersteller, dass er seine Geräte sicher macht. Bis jetzt ist ihre Erfolgsbilanz jedoch ziemlich lückenhaft.

Smartphone-Hersteller – eine ganze Branche, die speziell dafür verantwortlich ist, vernetzte Geräte zu entwickeln, die sensible Daten und Finanzinformationen über ihre Benutzer enthalten – haben sich als nicht in der Lage bzw. nicht bereit gezeigt, Android auf dem neuesten Stand zu halten (und daher vor den schlimmsten Angriffen zu schützen), obwohl der Großteil dieser Arbeit von Google übernommen wird.

Würden wir von einem Smart-Toaster-Hersteller wirklich erwarten, dass er mehr tut als führende Smartphone-Produzenten?

Worin besteht die wahre Gefahr des Internets der Dinge?

Ich weiß, ich weiß. Was soll die Aufregung? Es ist nur ein Toaster. Jemand könnte einen Weg finden, meinen Toast mit einem Bild zu entstellen, das man nicht zum Frühstück sehen möchte. Na und?

Kriminelle können weitaus mehr tun, als Pornos auf Ihrem Toast darzustellen.

Tatsächlich können Kriminelle weitaus mehr tun, als den Toaster zu hacken, um Pornos auf Ihrem Toast darzustellen. Sie können:

  • Auf Ihre Konten zugreifen: Intelligente Toaster verbinden sich häufig mit Ihrem Kalender und zeigen ihn an. Das bedeutet, dass sie darauf Zugriff haben – und dadurch auf Ihre restlichen Online-Konten.
  • Auf Ihre Geldbörse zugreifen: Wenn Sie mit dem intelligenten Toaster Brot oder andere Artikel bestellen können, ist das Online-Zahlungsmittel Ihrer Wahl möglicherweise auch für jeden zugänglich, der den Toaster hackt.
  • Das Gerät in einen Bot verwandeln: Dieser intelligente Toaster verfügt über beeindruckende Verarbeitungs- und Netzwerkfunktionen, welche die Ausführung und Verbreitung von Malware und Angriffen ermöglichen.
  • Einbrechern ermöglichen, Ihr Zuhause auszukundschaften: Die Planung eines Einbruchs ist mit einem Informanten viel einfacher. Ein Toaster, der nur eingeschaltet wird, wenn Sie zu Hause sind, oder der ein Protokoll darüber führt, wann er am häufigsten verwendet wird, könnte der beste Informant von allen sein. Er lässt Einbrecher wissen, wann Sie nicht zu Hause sein.
  • Ihr Haus niederbrennen: Um einen Batman-Film zu zitieren: „Einige Menschen wollen die Welt einfach nur brennen sehen.“ Ein gehackter Toaster, der sich nicht selbst ausschalten kann, könnte das Streichholz sein.

Und das ist nur ein Toaster.

Stellen Sie sich vor, was die Kamera Ihres Smart-TV von Ihrem Privatleben zeigen könnte, wie Ihr intelligenter Kühlschrank Ihre Ernährungsgewohnheiten mit Ihrem Versicherer teilt (der dann Ihre Prämien erhöhen kann) oder wie der Smart Meter es anderen leicht macht, Ihren Strom anzuzapfen.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Das Internet der Dinge bietet viele Möglichkeiten, um unser Leben zu verbessern. Aber solange die Sicherheit bei der Entwicklung und Produktion keine Priorität hat, schaffen wir eine Gefahrenzone, in der sich keiner wirklich sicher bewegen kann.

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